Start

PostHeaderIcon Willkommen auf der Startseite

Die Entstehung des Märchenlandes "Frau Holle"

"Frau Holle", die mit bürgerlichem Namen Sigrid Hollendorf heißt, war zu Zeiten der DDR Diplomlehrerin für Sprachen und Kunsterziehung. Sie wechselte 1982 aus gesundheitlichen Gründen die Arbeitsstelle und betreute im Kreiskabinett für Kulturarbeit Templin Volkskunstzirkel, organisierte Ausstellungen, Weiterbildungen der Zirkelleiter, Feste und vieles vieles mehr. Nach der Wende wurde das Kreiskabinett aufgelöst und alle Mitarbeiter entlassen, so auch Frau Hollendorf. Der Versuch wieder als Lehrerin zu arbeiten scheiterte an dem Umstand, dass sie zu lange aus dem Schuldienst raus war und deshalb ein zweites Staatsexamen ablegen hätte müssen. Außerdem gab es zu dieser Zeit noch zu viele Lehrer, da die Schülerzahlen auch zu sinken begannen. Der Brandenburgische Kulturbund e.V. stellte Frau Hollendorf für 2 Jahre im Zuge einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) ein.

1994 zog die gesamte Familie aufs Land der Großeltern, nach Metzelthin, dass den jungen Eheleuten schon 1992 überschrieben worden war. Diese malerische Idylle und die märchenhafte Natur animierten die diplomierte Lehrerin ihren Ideen freien Lauf zu lassen. Sie hatte es schon lange gestört, dass die Welt immer rationeller zu werden schien. Fernseher gehörten in jede Wohnstube, manche Kinder verbrachten fast die gesamte schulfreie Zeit vor dem selbigen. Ideenreichtum und Phantasie wurden einfach nicht mehr gefördert. Wie konnte man Kinder besser dazu animieren Phantasie zu entwickeln, als über Märchen. Kinder sollten Märchen nachspielen und sie so interpretieren, wie sie es sich vorstellten. Die Grundidee war geboren. Ein positiver Nebeneffekt war auch der, dass auch die eigenen Kinder von der Idee total begeistert waren, was Frau Hollendorf natürlichin ihrem Vorhaben noch bestärkte. Nun war auch der Name für das Projekt nur noch eine reine  Formsache. Aus Frau Hollendorf wurde einfach "Frau Holle". Da die Großeltern Neusiedler aus Schlesien waren, hatten sie zur damaligen Zeit kleine Häuschen aus alten Bahnschwellen mit Schilfdächern errichtet, um dort provisorisch zu wohnen. Diese Hütten wurden nun von Herrn Hollendorf, der restlichen Familie und Freunden liebevoll saniert und hergerichtet. Außerdem wurden ein Feldsteinbackofen, ein Märchenbrunnen, ein Baumhaus und ein Katzenhaus errichtet auf traditionelle Bauweise.  Frau Holle erdachte zusammen mit ihren Kindern märchenhafte Spiele, die sie auf Stadt- und Dorffesten ausprobierte. Der Brandenburgische Kulturbund e.V., der die Trägerschaft des sich langsam entwickelnden Märchenlandes übernahm, beantragte 7 geförderte Arbeitsplätze zum Aufbau des Projektes "Märchenland Frau Holle". 3 entlassene Kindergärtnerinnen bauten weitere Spiele und nähten in Märchenkostüme. 3  begabte Handwerker über 50 Jahre bauten den Abenteuerspielplatz und veredelten die Hütten. Während dieser Zeit fungierte Frau Holle als Leiterin des Projektes. Als nach einem Jahr das Märchenland fertiggestellt war, wurden die ABM-Stellen nicht verlängert und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mußten enttäuscht nach Hause gehen. Frau Holle blieb also nichts anderes übrig, als das Märchenland ehrenamtlichzu betreuen, wenn sie nicht wollte, dass die bisherige Arbeit umsonst war. Sie lud zur Eröffnung 1996 die Schulkinder der benachbarten Gemeinde Warthe und die lokale Presse ein. Die ersten Gäste kamen und durch Mundpropaganda und Weiterempfehlungen. So sprach es sich unter Familiene mit kleineren Kindern schnell rum, dass es in Metzelthin eine einzigartige Idylle gab, in der Kinder Märchen nachspielen konnten und an selbstgebauten Spielen ihre Geschicklichkeit üben konnten. Es folgten 2 weitere Jahre, in denen Frau Holle Unterstützung durch ABM-Stellen bekam. 2001 mußte der Gästestrom dann unterbrochen werden, da Frau Holle für 15 Monate eine Umschulung im Bereich Tourismus in Neuruppin besuchte. Im Anschluß daran war es sehr schwierig den Gästefluß wieder in Gang zu bringen, aber mit Willen, Engagement und der Familie klappte es erneut. Seit 2003 arbeitet die Tochter von Frau Hollendorf mit im Märchenland und spielt für Kindergruppen auf 1-€-Basis die Hexe, was bei den Kleinen sehr gut ankommt. Im Laufe der Jahre wurde das Märchenland 2 Mal mit Fördermitteln vom Umweltministerium unterstützt. Was nicht zuletzt auch auf den Ideenreichtum von Frau Holle zurückzuführen war. Bedacht wurden die Projekte "Kinder und Blumen" und die "Puppenbühne". Außerdem bekam das Märchenland eine Förderung vom Kreis für die Errichtung eines Sportplatzes (Basketballkorb, Badmintonfeld, Tischtennis und Volleyballfeld) um nur einige der geförderten Projekte innerhalb des Gesamtprojektes Märchenland zu nennen. Ohne diese zusätzlichen Geldmittel wäre es nicht möglich gewesen das Märchenland weiter zu entwickeln, denn die Eintrittsgelder reichen gerade einmal aus, um die Spiele und Spielgeräte zu erneuern, auszubessern und das Märchenlandes weiter zu erhalten.

 

Aktualisiert ( Montag, den 13. Juli 2015 um 11:54 Uhr )

 
Bilder
Veranstaltungen
Wettervorhersage
Links
Das Uckermark-TV war am 10.06.2015 im Märchenland.
Sehr umfangreiche Seite über die Uckermark mit Themenschwerpunkten wie Kultur/Veranstaltungen, Wirtschaft, Wissenswertes und vielem mehr. Diese Seite war die erste, die über das Märchenland berichtet hat. Vielen Dank noch mal dafür an Herrn Preuß.
Offizielle Seite Templins, der Perle der Uckermark.
Ein begnadeter Kettensägen- und Holzkünstler aus dem schönen Lychen, der die Märchenfiguren im Märchenland erschaffen hat.
Ein Blog für Leute, die an der Uckermark interessiert sind.